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Stand: September 2012

Jüdisches Leben in Monzingen
 

29.10.2012
 Von Weitem idyllisch
Vom Mosberg aus sieht der Ortskern noch sehr idyllisch aus. Betrachtet man aber die einzelnen Ecken genauer, entdeckt man manche Überraschung.
Die letzten Zeugnisse einer jüdischen Vergangenheit in Monzingen liegen mitten im Ort unter diesem Schandfleck verborgen:

Jüdische Vergangenheit unter Schandfleck begraben

24.5.2012
 Geschichte erforschen?
Nachdem der Eigentümer die Erlaubnis dazu gab, soll nun das Gelände mitten in Monzingen von Gestrüpp und Unrat befreit werden, auf dem bis vor über hundert Jahren jüdische Mitbürger eine Art religiösen Mittelpunkt gehabt haben sollen. Dazu werden Helfer gesucht. Bist Du dabei? Auch müssen Hecken und anderes entsorgt werden, wozu Anhänger oder Rolle benötigt werden. Telefon: 06751 989063.

An dieser Stelle, zwischen den Häusern in  der heutigen Hauptstraße 58 und der Franziskastraße 1, stand vor 100 Jahren noch ein Gebäude, von den älteren Monzingern heute noch als „Judenschule“ oder „Synagoge“ bezeichnet.

Wie Recherchen ergaben, hatte die jüdische Gemeinde Mitte des 19. Jahrhunderts tatsächlich eine eigene Schule, die von allen schulpflichtigen jüdischen Kindern besucht wurde. Erst ab etwa 1860 nahmen die jüdischen Schüler wie alle Monzinger Kinder am Unterricht der evangelischen Volksschule teil, der nunmehr einzigen Schule am Ort, die auch von einigen wenigen katholischen Kindern besucht wurde. Die „Synagoge“ oder „Judenschule“ diente ab da nur noch als Beetsaal der jüdischen Gemeinde, in dem auch der Religionsunterricht der Schüler stattfand.

Der Zugang zum Gelände und Gebäude war von der Verbindungstreppe zwischen den beiden Straßen aus

1901 wurde das Gebäude zusammen mit dem Nachbargebäude in der Franziskastraße 1 von einem christlichen Monzinger erworben. In seinem Besitz verwahrloste es. Nachdem er während des 1. Weltkrieges mehrere Balken abgesägt und als Brennholz verwendet hatte, soll es dann endgültig zusammengefallen sein. Bis etwa 1960 war hier noch ein Trümmerhaufen zu sehen. Irgendwann wurden dann die größeren Steine weggeräumt und wahrscheinlich zu etwas anderem verwendet, so dass nur noch einige Mauerreste zurückblieben. Ein ehemaliger Monzinger, der als Junge dort spielte, erinnert sich, dass 1960/64 in der Ruine noch deutlich eine Mikwe zu erkennen war.

 

Man sollte das Gelände mal entrümpeln! Schließlich sind es die letzten Zeugnisse, dass auch in Monzingen mal Juden gelebt haben. Alle Häuser ehemaliger Monzinger jüdischen Glaubens sind nämlich inzwischen abgerissen oder umgebaut. Auch vom Judenfriedhof, der bis 1938 in der heutigen Soonwaldstraße lag und später zweckentfremdet wurde, existieren nur noch einige Grabsteine auf dem Sobernheimer Judenfriedhof.

Die Fotos zeigen das Gelände der ehemaligen „Judenschule".

 

Mehr Infos zum Jüdischen Leben in Monzingen findet man auch auf alemannia-judaica:

Recherchen unterstützen
Die Recherchen zur jüdischen Vergangenheit in Monzingen erfolgen derzeit durch Befragen von Zeitzeugen bzw. von Menschen, die noch Erzählungen zu dem Thema in Erinnerung haben. Kennen Sie noch Geschichtchen über israelitische Mitbürger oder ehemaliges Eigentum jüdischer Einwohner Monzingens? Oder haben Sie in Ihren alten Unterlagen noch Informationen dazu? Oder Sie möchten die Recherchen unterstützen, um diesen Teil der Monzinger Geschichte einfach mal zu dokumentieren? Dann melden Sie sich bitte einfach bei per   oder rufen Sie an: 06751 989063.