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24. November 2022

Die Initiative fürs Nahetal

B41 neu denken

Nahetal statt B41-Tal


Die neue B41 zwischen der Anschlussstelle Nußbaum und Bad Sobernheim für 4 Millionen Euro statt dreispurig nun vierspurig und Autobahn-ähnlich.
Nun kann man dort auf knapp 1000 m Länge zwischen auf 70 km/h beschränkten Abfahrten in beiden Richtungen mit maximal Tempo 100 km/h "wild" überholen.

Hier finden Sie eine Ausarbeitung mit Quellenverweisen und Details: MobilitätswendeRheinland-Pfalz.pdf

 

 

Der Abschnitt der Bundesstraße 41 zwischen Nußbaum und Bad Sobernheim  ist seit ein paar Wochen vierspurig. Und wie schon während der Bauphase fragen sich die Bürger im Nahetal auch heute:

 „Wozu?!“.

 

„Hier gab es nie irgendwelche Stockungen, Staus oder Gefahren.“.

„Land und Bund haben für solchen Unfug Geld parat, während Krankenhäuser schießen, Gemeinden kein Geld für Kindergärten und anderes Wichtiges im Ort haben!“.

 

Viele schütteln den Kopf über den Bau dieser nicht mal 1000 Meter langen Überholspur im Stile einer Autobahn zwischen zwei auf 70 km/h beschränkten Abfahrten.

 

Mit Mitteltrennung verbreiterte sich die B41 um 10 Meter und das von der Abfahrt Nußbaum bis zur Abfahrt Bad Sobernheim-West.
15000 qm Erdreich wurden zusätzlich versiegelt. Das ist die Sockelfläche von ca. 30 Windrädern.


 

Der verantwortliche Landesbetrieb Mobilität (LBM) unterstreicht die großen Zweifel am 4spurigen Ausbau der B41: „das Verkehrsaufkommen wird nicht zunehmen“, hieß es vom Experten des LBM bei einer Infoveranstaltung in Monzingen. Als Grund für den Ausbau gibt er an: Man werde hier an der Mittleren Nahe vierte Spuren nur bauen, da man woanders keine dritten Fahrspuren anbauen kann. Denn schreibe eine Baurichtlinie für die B41 40 % Überholmöglichkeiten vor.

Die zitierte Richtlinie (RAL) besagt tatsächlich diese Prozentzahl. Doch entsteht diese Zahl dadurch, dass für Straßen wie die B41 vom Anfang bis zum Ende "alternierend", also stets im Wechsel, eine Überholspur anzustreben ist. Befährt jemand dann diese Straße, weiß er oder sie gleich, dass es stets im Wechsel immer wieder eine Möglichkeit gibt, auf der man nicht auf die Gegenfahrbahn muss, um mal jemanden zu überholen. Nach Abzug der Kreuzungsbereiche und Engpässe, in denen keine weitere Fahrspur Platz hat, ergibt sich ein Wert von ca. 40% an Überholmöglichkeiten für jede Richtung jedoch gleichmäßig verteilt auf den gesamten Straßenverlauf!

Im Einklang mit dieser Richtlinie waren zwischen Bad Sobernheim und Weiler und weitestgehend bis Idar-Oberstein dreispurige Abschnitte bereits umgesetzt. Diese Abschnitte jetzt vierspurig zu machen und damit verbunden viel Steuergeld auszugeben, um mit aller Gewalt diese interpretierten 40 % zu erreichen, ist mehr als fragwürdig. Es widerspricht sogar eklatant der auf Sicherheit und Verkehrsfluss ausgelegten Richtlinie zum Bau der Straße. Zudem sieht der LBM höchstselbst bei 6500 Fahrzeugen in 24 Stunden pro Richtung keinen verkehrlich Bedarf für vier Spuren.

 

Auch die mit der Vierspurigkeit verbundene enorme Flächenversiegelung ausgerechnet an unberechenbaren NAHE macht diesen Ausbau in Zeiten, in denen die Bilder vom Ahrtal und ganz aktuell Slowenien schockieren, eigentlich völlig unmöglich. Genauso wie das künftig unter Asphalt verschwundene Erdreich als wichtiger Wasserspeicher fehlen wird. Und auch, dass das große Plus an Asphalt die größere Hitze im Sommer mehr aufnehmen wird und alles noch heißer aufheizt.

 

Daher gibt es die Initiative „B41neuDenken“. Zahlreiche Informationen, Hintergründe und Quellenverweise zum 4spurigen Ausbau der B41 im mittleren Nahetal liest man hier auf dieser Initiative-Seite auch weiter unten.


Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, Firmen, Vereine und Institutionen unterstützen die Initiative und es gibt reichlich Zuspruch auch von Seiten von Behörden und "großen und kleinen" Politikern.
Wer sich hier anschließen möchte, kann das per Email an .

Je mehr sich beteiligen, desto mehr Druck kann bei den zuständigen Behörden und Ministerien aufgebaut werden, um die Planungen für den eindeutig überflüssigen vierspurigen Ausbau der B41 an der Nahe zu stoppen, die Ausbaupläne zu überdenken und mit den einzusparenden Millionen die Kommunen finanziell besser aufzustellen.

 

Hier besteht die Möglichkeit, eine Petition gegen diesen fragwürdigen Ausbau der B41 zu unterschreiben. Damit der 4spurige Ausbau der B41 auch westlich von Bad Sobernheim nicht Wirklichkeit wird.

 

 

 

Quellenhinweis:

Die Aussagen des LBM stammen von einer öffentlichen Veranstaltung zur Vorstellung der Grobplanung für die vierten Fahrspuren bei Monzingen am 27. April 2022 im Gemeindesaal in Monzingen und schriftlich in Antwortschreiben der Behörde an Julia Klöckner vom 1. Februar 2023 zu den aktuellen Ausbauplänen für die B41 sowie des Verband deutscher Verkehrsunternehmen (Güterverkehr) VDV vom 2. August 2023 zur Beseitigung des LKW-Rastplatzes am Halenberg zugunsten des 4spurigen Ausbaues zwischen Nußbaum und Monzingen. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) bestätigt in einem Schreiben vom 21. August 2023, dass auf Straßen wie der B41 durchgängig "alternierend Überholspuren bieten soll und so eine angemessene Fahrweise unterstützt werden".

 


Holen wir weiter aus und betrachten weitere Details:

Die Bundesstraße 41 wird entgegen internationaler Vereinbarungen zu Umwelt- und Klimaschutz - wie den Pariser Klimazielen - weiter im Un-Geist der Betonorgien der 1970er Jahre ausgebaut.

Als erster Abschnitt wurde der zwischen Nußbaum und Bad Sobernheim im Juli 2023 vierspurig. Und wie schon während der Bauphase fragen sich die Bürger im Nahetal auch heute: „Wozu?!“. „Hier gab es nie irgendwelche Stockungen, Staus oder Gefahren.“.

„Land und Bund haben für solchen Unfug Geld parat, während Krankenhäuser insolvent gehen und Gemeinden kein Geld für Kindergärten und anderes Wichtiges im Ort haben!“.

 

Dabei ist es Stand von Wissenschaft und Technik, dass wir den Straßenverkehr dringend reduzieren müssen, gar eine Mobilitätswende benötigen, auch um die die Pariser Klimaziele zu erreichen.
 Bedarf für immer mehr B41 besteht indes nicht. Das gilt für Waren- und Industrietransporte mit dem Lkw als auch für private Fahrten mit dem Auto und dem Zug innerhalb der Region und auch darüber hinaus. Nur vom Güterverkehr auf der Schiene wurde das Nahetal komplett abgeschnitten. Dabei verläuft die B41 parallel der Schiene der Nahebahn. So ist es nicht verwunderlich, dass auf der B41 relativ viele Lkw im mautfreien Transit von der A61 zur A62 durchs Nahetal unterwegs sind. Und trotzdem gibt es auf den Streckenabschnitten, die nun vierte Spuren erhalten sollen, keinerlei Verkehrsstockungen oder gar Staus, Gefahren oder Behinderungen, die den Anbau einer weiteren Fahrspur notwendig machen.
 Selbst der Landesbetrieb Mobilität (LBM) erklärte bei einem Erläuterungstermin 27. April 2022, dass keinerlei Zunahme an Verkehr auf der B41 erwartet wird. Man baue, da die RAL - die "Richtlinien für die Anlage von Landesstraßen" - dies so verlange. Diese Richtlinie verlangt allerdings als Ausbauvoraussetzungen eine "zunehmende Verkehrsnachfrage", "Wirtschaftlichkeit" und einen "erheblichen Nutzen". (Siehe hier). All dies gibt es jedoch nicht. Und sie gibt den wechselseitigen dreispurigen Ausbau vor, verteilt auf den gesamten Straßenverlauf der Bundesstraße 41, jedoch nicht einen vierspurigen.  Doch geplant und gebaut wird trotzdem?

Geschieht dies weiter, vereinnahmt die B41 stark zunehmend und übergriffig das Nahetal. Dies geht soweit, dass man die für unsere Heimatregion identitätstiftende Nahe vor lauter B41 nicht einmal  mehr sieht. Sie verdrängt die Wasser der Nahe und der Nebenflüsse und -bäche. Verkrampft und mit erheblichem Eingriff in die Landschaft des Nahetals versucht der LBM, dem etwas entgegen zu wirken und das Tal an diese Straße anzupassen! Großflächig wird Erdreich versiegelt, das zuvor Wasser aufnehmen und speichern konnte und nun stattdessen Hitze aufnimmt. Es wird massiv in unsere herrliche Landschaft eingegriffen. Mitunter werden gar lebensgefährliche Risiken geschaffen, wie 2021 an der Ahr zu betrauern war. Man stellt ganze Landschaftsbereiche im Nahetal vollkommen auf den Kopf, baut das Nahetal komplett um, damit die B41 breiter und schneller werde. Thermik und Kleinklima im Tal werden völlig verändert. Das Flusstal wird zum B41-Tal.

Auch die mit der unnötigen Vierspurigkeit verbundene enorme Flächenversiegelung ausgerechnet an der unberechenbaren NAHE macht diesen Ausbau in Zeiten, in denen die Bilder vom Ahrtal und im August 2023 ganz aktuell in Slowenien schockieren, eigentlich völlig unmöglich. Genauso wie das künftig unter Asphalt verschwundene Erdreich als wichtiger Wasserspeicher fehlen wird. Und auch, dass das große Plus an Asphalt die größere Hitze im Sommer mehr aufnehmen wird und alles noch heißer aufheizt.

Auch verdrängt man brutalst die vorhandene ländliche Infrastruktur und gewachsene Struktur in den Dörfern und Städtchen im Tal, lässt diese zu Gunsten mancher größerer Orte und Supermärkte ausbluten und will damit bewirken, dass wir immer mehr Autofahren müssen.
Durch den unbeschreiblichen Flächenfraß für die neue B41 wird gar die Ansiedlung von Gewerbe und damit auch von nahen Arbeitsplätzen verhindert, sodass letztlich doch mehr vermeidbarer Straßenverkehr erzwungen wird. So untersagt der LBM die Ansiedlung von Gewerbe in der hierfür lukrativen und bereits erschlossenen Ortsdurchfahrt von Monzingen im Bereich der Bebauung zwischen Bahnhof und B41. Eine vor 20 Jahren abgebrannte Gewerbehalle innerhalb der verdichteten Bebauung (im Gewerbehof) darf wegen der B41 nicht wieder errichtet werden. Ein Busbetreiber darf sein Busdepot nicht zukunftssicher aufstellen. Ein Kfz-Betrieb musste seinerzeit aufgeben, da eine im Rahmen des B41-Ausbaues illegal gebaute Betonmauer das Unternehmen von der innerörtlichen Bundesstraße trennte.
 Das Industriegebiet von Monzingen wird wegen Hochwassergefahr unbebaubar, während die Verbreiterung der B41 wegen der vierten Fahrspur und der damit notwendigen Mitteltrennung ins Hochwassergebiet gebaut wird bzw. werden soll.
Wegen der Ausbauvorhaben mit vier Fahrspuren werden Flächen unmittelbar neben der B41 blockiert, statt diese mit wenig Aufwand zur Ansiedlung von Gewerbe zu nutzen. Der unnötige B41-Ausbau-Wahn frisst die möglichen Gewerbeflächen gerade zu weg.
 Indes sucht die Wirtschaftsförderung des Landkreises Bad Kreuznach verzweifelt Flächen zur Ansiedlung von Gewerbe an der B41.

Auf Merxheimer Seite werden Wiesen- und Ackerflächen als Ausgleichsmaßnahme für den vierspurigen Ausbau auf der anderen Naheseite ausgewiesen. Dabei benötigt die Gemeinde Merxheim - wie jede Gemeinde - für eigene Weiterentwicklungen im Bereich Wohnungsbau aber auch Gewerberansiedlung selbst auch Ausgleichsflächen. Diese sind wegen des B41-Ausbaues nun dermaßen rar, das fast nichts mehr geht.

Mit den vierten Spuren werden auch landwirtschaftliche Flächen zuasphaltiert und zum "Ausgleich" dessen z.B. in Monzingen wertvolle Ackerflächen ihrer Funktion beraubt und dort stattdessen Ausgleichsbäumen gepflanzt. Getreide, Weizen und Mais werden hier künftig nicht mehr angebaut. Hatten wir nicht gerade eine schwerwiegenden Lebensmittelkrise und nehmen uns trotzdem diese Ackerflächen?

Zwischen Weiler und Monzingen sollen sollen Weinberge der neuen vierspurigen B41 weichen.

Doch muss der LBM die Höchstgeschwindigkeit auf 100 km/h beschränken, da er aus den neuen vierspurigen Abschnitten keine Kraftfahrtstraße machen kann, auch wenn nach den Ausbaurichtlinien für vierspurige Straßen vorgeschrieben ist. Grund dafür ist, dass keine alternativen parallelen Wege für den landwirtschaftlichen Verkehr, Fahrräder und Mopeds möglich sind. Real wird jedoch eine deutliche Zunahme der gefahrenen Höchstgeschwindigkeit auf einer dann autobahngleichen Straße erwartet und damit unter anderem deutlich mehr Lärm.

Die Lärmbelastung ist auf dem Gelände des Campingplatzes bereits heute hoch. Dabei ist die Geschwindigkeit auf der benachbarten Bundesstraße 41 derzeit zum Teil gar auf 70 km/h beschränkt. Wird hier die vierte Spur dazugebaut, hat diese Beschränkung ein Ende und auf dem gesamten B41-Abschnitt neben dem Camping-Gelände wird der Verkehr noch deutlich schneller. Dies wird den Lärmpegel weiter und sehr spürbar steigern. Was das für die Gäste in den dünnwandigen Wohnmobilen, Campingwagen und Zelten bedeutet, ist unvorstellbar. Doch Lärmschutz wird es hier nicht geben. Denn werden solche Fälle bei den Lärmberechnungen für den Straßenbau nicht berücksichtigt. Der Campingplatz ist extrem in seiner Existenz bedroht.
Die Baugebiete in Merxheim werden heute durch die Reflektionen ebenfalls von der entfernten Bundesstraße unüberhörbar beschallt. Wird der Verkehr noch schneller und damit lauter, wird die Belastung für die dort lebenden Menschen noch deutlich steigen.

Der kleine Rastplatz am Halenberg zwischen der Abfahrt Nußbaum und Monzingen soll für den vierspurigen Ausbau in diesem Abschnitt beseitigt werden. Doch stehen auf diesem Rastplatz sehr oft bis zu 6 LKW und auch Pkw. Und dies auch, obwohl es hier keine Toiletten und auch keinen Imbiss und Einkaufsmöglichkeiten gibt. Doch stehen die Brummis gar über Nacht und sogar übers Wochenende hier. Brummi-Fahrer sind eben ausgerüstet.
 Vielleicht liegt diese Nutzung des Rastplatzes daran, dass viele LKW nicht am Parkplatz in Weierbach vorbei kommen und den praktischen und nah an der B41 gelegenen Rastplatz am Halenberg auf ihrem Weg in den Hunsrück nutzen, um eben mal Pause zu machen oder auch rein um die gesetzlich vorgegebenen Lenkzeiten einzuhalten. Extra einen Umweg über Weierbach zufahren macht oft keinen Sinn und es ist ggf. auch wegen der Lenkzeiten nicht mal möglich.
 Dieser Rastplatz ist in der Praxis notwendig, jedoch nicht in der Theorie der B41-Straßenplaner.

Auch eine vierspurige B4 bringt nachweislich keine bessere Wirtschaftskraft ins Nahetal. So lag das Bruttosozialprodukt laut IHK im Kreis Bad Kreuznach, der bis Bad Sobernheim autobahngleich vierspurig an die Rheinschiene angebunden ist, und auch im Kreis Birkenfeld, der nicht über eine solche Anbindung verfügt, absolut im Landesdurchschnitt. Bemerkenswert ist auch, dass auch die IHK keine Notwendigkeit für einen vierspurigen Ausbau von Abschnitten der B41 sieht. Laut IHK ist einziges Manko auf der Strecke die Ortsdurchfahrt von Martinstein und die sich hier ergebenden Probleme.

Was die Anzugswirkung einer gar durchgängig vierspurigen B41 für produzierendes Arbeitsplätze-bringendes Gewerbe betrifft, sei festgestellt: das Industriegebiet von Bad Sobernheim hat noch einige Flächen frei, obwohl die B41 bis hier her fast durchgängig vierspurig, also auch ohne Kreuzungen ans Rhein-Main-Gebiet angeschlossen ist. Neben Spielcasino, Postverteil-Zentrum und Transport-Container-Firma zog es mit der Vierspurigkeit jedoch nicht viele Firmen an. Dabei bietet das Gebiet gar noch Platz für z.B. ein großes Containerdorf für Flüchtlinge. Trotzdem wurde das Industriegebiet von Bad Sobernheim im Jahr 2023 gar erweitert. Treiber hierzu war allerdings auch nicht eine enorme durch die autobahngleiche Anbindung erzielte Nachfrage nach Flächen seitens erwünschten Firmen, sondern dass der Kreis Kreuznach hier seinen Wertstoffhof hinzentralisieren wollte. Containerdorf für Flüchtlinge und Wertstoffhof haben sich zerschlagen. Die Auswirkung des gar durchgängig vierspurigen Ausbaues sind einfach nicht zu spüren.
Erwähnt sei: der autobahngleiche Ausbau der B41 von Bad Kreuznach bis nach Bad Sobernheim brachte tatsächlich auch große Vorteile. Jedoch nicht fürs Ansiedeln von Firmen. Doch da die B41 Dank vorhandenem Platz aus Orten wie Steinhardt, Weinsheim und Rüdesheim heraus verlegt wurde, wurden diese Ortschaften und die Menschen dort sehr vom Durchgangsverkehr der B41 entlastet. Waldböckelheim hatte wie Sobernheim bereits zuvor den Durchgangsverkehr aus dem Ort bekommen. Westlich von Bad Sobernheim sieht das alles jedoch sehr viel anders aus: die Tallage ist zu eng für eine breite B41 und die Nahe, die Menschen und gar wirtschaftliche Entwicklung. Es geht nur eines: breite B41 oder wirtschaftliche Entwicklung, Nahe und lebenswerte Region für die Menschen hier.

Das Nahetal wird immer mehr zum B41-Tal. Es entstehen nicht nur gigantische Bauten, die - wie in Hochstetten-Dhaun, geplant in Martinstein und an so einigen Stellen die Nahe aufwärts - das Tal völlig dominieren. Und dazwischen werden weitere vierte "Zusatzstreifen angebaut", wie gerade zwischen Bad Sobernheim und Nußbaum (für gut 4 Millionen Euro) fertig gestellt und in der Planung zwischen Nußbaum und Monzingen sowie Weiler und Monzingen und auch bei Bärenbach, deren Sinn nicht zu erkennen ist. Das reale gigantische Ausmaß wird am fertigen Abschnitt bei Bad Sobernheim sehr deutlich. Die offizielle und sehr verniedlichende Bezeichnung "Anbau eines Zusatzstreifens" ist real ein Autobahn-ähnlicher Ausbau mit all seinen Ausmaßen und massiven Einschnitten in die Landschaft.
 Diese Straßenabschnitte ohne Gefahren, Stau oder Stockungen sollen mit einer vierten Fahrspur versehen werden, um sie mit einer vierten Fahrspur zu versehen, völlig bedarfsfrei.
Die Begründung des LBM beim Erläuterungstermin am 27. April 2022: "Laut Richtlinie soll es auf der B41 eine gewissen Menge an Überholmöglichkeiten geben." Allerdings sagt die besagte "Richtlinie für die Anlage von Landstraßen" dazu:

"...dieser Straßentyp wird durchgängig mit drei Fahrstreifen ausgebildet, wobei der mittlere Fahrstreifen abwechselnd mal der einen, mal der anderen Fahrtrichtung als Überholfahrstreifen zur Verfügung steht. Durch diese Überholfahrstreifen kann unabhängig vom Gegenverkehr auf nahezu der Hälfte der Verbindung ohne Inanspruchnahme des Gegenverkehrsfahrstreifens gefahrlos überholt werden." (Quelle: Fachthema Verkehrstechnik der BASt).

 Doch geht es dem LBM darum, diese "nahezu Hälfte" an Überholspuren, die nach der Richtlinie auf den gesamten Verlauf der Strecke bezogen ist, durch vierspurigen Ausbau mit aller Gewalt auf einem gewissen Teil der Straße komprimiert zu realisieren, selbst ohne dass es dort verkehrlich einen Bedarf gibt. Hauptsache ist: das Überholspur-Soll wird auf die gesamte Straßenlänge gerechnet erfüllt, auch wenn dies damit keineswegs im Sinne der Ausbaurichtlinie ist. Die vierten Spuren werden nur gebaut, weil dritte Fahrspuren an sinnvoller Stelle nicht möglich sind.
Und das sagte der Vertreter des LBM sogar öffentlich bei der Veranstaltung im April 2022 und bei allen öffentlichen Terminen.
 Denn weiß der LBM ganz genau, dass er mit dem vierspurigen Ausbau gar gegen den Ausbaustandard und damit gegen das gesamte für die B41 derzeit vorgesehene System verstößt. So erklärte der Leiter des LBM, Thomas Wagner, in einem Bericht der Rhein-Zeitung vom 3. April 2023 zum von ihm geplanten dreispurigen Ausbau der B41 bei Nahbollenbach: "Die B41 habe eine Funktionsstufe, für die der Bund einen entsprechenden Ausbaustandard mit wechselseitigen Zusatzfahrstreifen vorsieht.". Stand heute, will der LBM die B41 jedoch auch bei Nahbollenbach gar vierspurige ausbauen!

Das alles versteht hier fast niemand, doch kostet dieser autobahnähnliche Ausbau viel Geld und er bedeute zudem erheblichen Mehraufwand bei der Pflege, beim Räumen und Streuen. Und er zerstört und bedroht Vieles, was uns lieb und teuer ist. Stattdessen bleiben die Kreuzungen, die Ampelkreuzungen und weitere Gefahrenpunkte und werden durch sich mit dem Ausbau veränderndes Fahrverhalten gar gefährlicher. Funktionierende sichere Kreisel wie der bei Simmertal sollen durch aufwändige und landschafts- und Kleinklima-prägende Brückenkonstruktionen ersetzt werden. Auch bleiben die Problembereiche und die direkt die Menschen belastenden Abschnitte, wie die Ortsdurchfahrt in Martinstein und auch die Ortsdurchfahrt in Monzingen mit der dortigen Ampelanlage. Das hierfür notwendige Geld wird derweil  für unsinnige zusätzliche vierte Fahrspuren verschwendet.

Viele Menschen verstehen nicht, warum weiter und wider besseres Wissen derart verbissen an der Zerstörung unserer Region gearbeitet wird, statt die echten Probleme zu lösen und die Vorzüge herauszustellen.

Diese Baumaßnahmen für die „B41neu“ widersprechen diametral dem Gedanken der Mobilitätswende, des Landschaftsschutzes sowie der Erhaltung von Hochwasser- und Lebensräumen, Versickerungsflächen, der Erhaltung des Nahetals für die touristische Entwicklung und der Lebensqualität der Bürger. Sie widersprechen gar den Zielen des Bundesverkehrswegeplans, denn werden mit diesen Maßnahmen echte Engpässe nicht beseitigt. Verkehrlärm wird deutlich erhöht statt vermieden oder gemindert. Ein Tal wird völlig umgebaut und an die Straße angepasst.

Wollen wir ein BioTech-Valley werden statt ein B41-dominiertes Beton- und Asphalt-Tal und wollen wir eine lebenswerte Vorbildregion Klimawende werden, müssen wir dringend die „B41 neu denken“.

Unter diesem Schlagwort gilt es, die derzeitigen Pläne zu stoppen und eine Diskussion zu führen, wie wir unser Nahetal zukunftsfähig entwickeln. Bleiben wir bei der längst verstaubten Automaxime von anno 1970 oder gibt es Wege und Möglichkeiten, in eine lebenswerte und lebensfähige Zukunft zu steuern?

Lasst uns endlich eine solche Diskussion führen und selbst aktiv beeinflussen und bestimmen, wie wir auch den Verkehr im Tal und damit unser Nahetal künftig entwickeln. Auch im Sinne einer Mobilitätswende und zur Rettung des Nahetals.

Es ist ein echtes Bekenntnis zur Region, wenn wir endlich innovative Ansätze verfolgen und nicht im Un-Geist der Betonorgien der 1970er Jahre die #VerkehrswendeRückwärts vorantreiben und das romantische Tal der Nahe verschwenderisch zuasphaltieren und immer mehr zum B41-Tal machen.
Statt innovative Ideen wie den RegioBahnhof aufzugreifen, streben die Verkehrsministerien in Mainz und Berlin weiter mach den Verkehrszielen der 1970er Jahre und bauen im Nahetal immer mehr auch völlig unnötig und zerstörerisch Straße. Die Mobilitätswende scheint in der Praxis dieser Ministerien und deren Behörden und Landesbetrieben noch nicht an gekommen zu sein.

Doch stehen wir zu unserem Nahetal und unserem Engagement hierfür. Zeigen wir unsere Verbundenheit mit unserer wundervollen Region.


Noch ist der Abschnitt zwischen Weiler und Monzingen dreispurig.

Machen Sie mit, diskutieren Sie mit und sprechen Sie die politisch Verantwortlichen im Gemeinderat, im Stadtrat, im Verbandsgemeinderat, im Kreistag, im Landtag und im Bundestag an. Auch Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Landrätin und Landrat, Ministerinnen und Minister können den Weg nach vorne einschlagen und die weitere Zerstörung verhindern. Und unterschreiben Sie die Petition dazu.


Von der zweispurigen Brücke über die Schienen bis zur zweispurigen Brücke erneut über diese
Schienen ist die neue B41 bei Hochstetten-Dhaun ohne Bedarf 5 Spuren breit! Erstaunlich: im
hier völlig umgebauten ehemaligen Tal der Nahe darf zwischen Flussbett und neuer B41 eine
kleine Gewerbefläche entstehen.


Von Hochstetten bis Martinstein sollen am Ende 7(!) neue Brücken mit über 6 Metern Höhe
das Nahetal mit seinen Luftströmen, Thermiken und Wassern hin und her durchkreuzen.


Östlich von Weiler auf Monzinger Gebiet soll die B41 vierte Spuren talseitig in einen Bereich gebaut werden, der bei Hochwasser das Wasser der Nahe aufnimmt.
Campingplatz, Sport- und Industrieanlagen können sehen, wie sie mit diesen zusätzlich verdrängten Wassermassen klarkommen.

 
Die B41 zwischen der Abfahrt Weiler und Monzingen soll bedarfs- und sinnfrei eine vierte Spur erhalten,
die vor der Ortsdurchfahrt Monzingen und der Ampel dort endet. Das Plus an Lärm wird den benachbarten
Campingplatz und den Ort Merxheim (beides rechts der Straße) weiter belasten wie auch die Kulturlandschaft, Naturdenkmäler und
zahlreiche Wildwechsel. Auch die Situation bereits der „normalen“ Hochwasser in dem Bereich wird verschärft,
da die Fahrbahn auf der im Bild rechten Seite erweitert werden soll, wo sich die Wasser der Nahe ausbreiten.

 

Der LBM will auf Merxheimer Seite der Nahe Flächen erwerben und auf hunderten von Quadratmetern die Nahe-Wiesen bis zu 4 Metern tief abgraben. So soll Raum für das Wasser der Nahe bereitgestellt werden, der auf der anderen Seite von Nahe, Campingplatz und Bahndamm wegen der dort angedachten bedarfsfreien vierten Fahrspur der B41 künftig nicht mehr zur Verfügung sehen soll.
Dies bedeutet das Abmildern was die Hochwassersituation auf der anderen Nahe-Seite betrifft. Doch ist es ein unbeschreiblicher Eingriff in gewachsene Flora und Fauna, in unser Nahetal.
Zur Ansiedlung von Gewerbe und nahen Arbeitsplätzen unmittelbar neben der B41 sind solche Maßnahmen übrigens nicht erlaubt. Eine breitere B41 ist des Verantwortlichen wohl wichtiger.
Man hört, dass dort ggf. auch eine Lärmschutzwand entstehen soll, wie sie bei Hochstetten entstand. Doch hält sich die Planungsbehörde, der LBM, mit solchen Detailinfos sehr zurück. Vielleicht auch, um sich den Unmut der Menschen über dieses unnötige Wahnsinnsvorhaben nicht schon jetzt auf sich zu ziehen.
Mit aller Gewalt soll die Stückchenweise Vierspurigkeit der B41 hier durchgesetzt werden. Koste es was es wolle.
Willkommen im B41-Tal?

 

Daher gibt es die Initiative „B41neuDenken“. Zahlreiche Informationen, Hintergründe und Quellenverweise zum 4spurigen Ausbau der B41 im mittleren Nahetal konnten Sie hier auf dieser Initiative-Seite finden.

Zahlreiche Bürger, Firmen und Institutionen unterstützen die Initiative und es gibt reichlich Zuspruch auch von Seiten von Behörden und Politikern.
Wer sich hier anschließen möchte, kann das per Email an B41neuDenken@t-online.de.

Je mehr sich beteiligen, desto mehr Druck kann bei den zuständigen Behörden und Ministerien aufgebaut werden, um die Planungen für den eindeutig überflüssigen vierspurigen Ausbau der B41 an der Nahe zu stoppen und die Ausbaupläne zu überdenken.


B41 von Weiler nach Monzingen im April 2022 - noch dreispurig und vom Wild passierbar.


Statt eines Mobilitätswende-Knotens (Regiobahnhof) oder eines Kreisels etwas westlich hiervon und
Gewerbeansiedlungen soll man künftig von Weiler her auf zwei Spuren vor die Ampel fahren können.
Eine aufwendige Brückenlösung statt der Ampelkreuzung kann hier wegen der Thermik an den
Weinbergen nicht realisiert werden. Das erkannte man bereits 1970 und stellte daher die Planungen.


Zwischen der Abfahrt Nußbaum und Monzingen soll die Fahrbahn der B41 bedarfsfrei 4 Spuren
erhalten. Bergab führt die vierte Spur dann nach Monzingen und zur dortigen Ampel.


Der Ratsplatz am Halenberg zwischen Nußbaum und Monzingen wird gerne auch von
LKW-Fahrern genutzt. Er soll mit dem Bau der vierten Spur jedoch beseitigt werden.

 

Und hier ein kleines Video dazu:

 

Dann unterschreiben Sie die Petition.

Diese Seite wurde erstellt von Peter Herrmann, Hauptstraße 46, 55569 Monzingen, Telefon/Whatsapp: 06751 989063,  .