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24. November 2022

Die Initiative fürs Nahetal

B41 neu denken

Nahetal statt B41-Tal


In Planung: zwischen Weiler und Monzingen. Im Hintergrund der Campingplatz und Merxheim.
 

Die Bundesstraße 41 wird entgegen internationaler Vereinbarungen zu Umwelt- und Klimaschutz - wie den Pariser Klimazielen - weiter im Un-Geist der Betonorgien der 1970er Jahre ausgebaut.

Der Ausbau zielt auf immer mehr Verkehr ab, soll wie ein Magnet immer mehr Verkehr anziehen. Dabei ist es Stand von Wissenschaft und Technik, dass wir den Straßenverkehr dringend reduzieren müssen, gar eine Mobilitätswende benötigen, auch um die die Pariser Klimaziele zu erreichen.
 Bedarf für immer mehr B41 besteht indes nicht. Das gilt für Waren- und Industrietransporte mit dem Lkw als auch für private Fahrten mit dem Auto und dem Zug innerhalb der Region und auch darüber hinaus. Nur vom Güterverkehr auf der Schiene wurde das Nahetal komplett abgeschnitten. Dabei verläuft die B41 parallel der Schiene der Nahebahn. So ist es nicht verwunderlich, dass auf der B41 relativ viele Lkw im mautfreien Transit von der A62 zur A62 durchs Nahetal unterwegs sind. Und trotzdem gibt es auf den Streckenabschnitten, die nun vierte Spuren erhalten sollen, keinerlei Verkehrsstockungen oder gar Staus, Gefahren oder Behinderungen, die den Anbau einer weiteren Fahrspur notwendig machen.
 Selbst der Landesbetrieb Mobilität (LBM) erklärte bei einem Erläuterungstermin 27. April 2022, dass keinerlei Zunahme an Verkehr auf der B41 erwartet wird. Man baue, da die RAL - die "Richtlinien für die Anlage von Landesstraßen" - dies so verlange. Diese Richtlinie verlangt allerdings als Ausbauvoraussetzungen eine "zunehmende Verkehrsnachfrage", "Wirtschaftlichkeit" und einen "erheblichen Nutzen". (Siehe hier). All dies gibt es jedoch nicht. Doch geplant und gebaut wird trotzdem?

Geschieht dies weiter, vereinnahmt die B41 stark zunehmend und übergriffig das Nahetal. Dies geht soweit, dass man die für unsere Heimatregion identitätstiftende Nahe vor lauter B41 nicht einmal  mehr sieht. Diese verdrängt die Wasser der Nahe und der Nebenflüsse und -bäche. Verkrampft und mit erheblichem Eingriff in die Landschaft des Nahetals versucht der LBM, dem etwas entgegen zu wirken und das Tal an diese Straße anzupassen! Großflächig wird Erdreich versiegelt, das zuvor Wasser aufnehmen und speichern konnte. Es wird ganz massiv in unsere herrliche Landschaft eingegriffen. Mitunter werden gar lebensgefährliche Risiken geschaffen, wie 2021 an der Ahr zu betrauern war. Man stellt ganze Landschaftsbereiche im Nahetal vollkommen auf den Kopf, baut das Nahetal komplett um, damit die B41 breiter und schneller werde. Thermik und Kleinklima im Tal werden völlig verändert. Das Flusstal wird zum B41-Tal.

Auch verdrängt man brutalst die vorhandene ländliche Infrastruktur und gewachsene Struktur in den Dörfern und Städtchen im Tal, lässt diese zu Gunsten mancher Großer Orte und Supermärkte ausbluten und will damit bewirken, dass wir immer mehr Autofahren müssen.
Durch den unbeschreiblichen Flächenfraß der neuen B41 wird gar die Ansiedlung von Gewerbe und damit auch nahen Arbeitsplätzen verhindert (z.B. in Monzingen), so dass letztlich doch mehr vermeidbarer Straßenverkehr produziert wird. Hier untersagt der LBM die Ansiedlung von Gewerbe und Handel in der hierfür lukrativen Ortsdurchfahrt. Das Industriegebiet wird wegen Hochwassergefahr unbebaubar, während die Verbreiterung der B41 wegen der vierten Fahrspur und der damit notwendigen Mitteltrennung ins Hochwassergebiet gebaut wird bzw. werden soll.

Diese zusätzlichen Fahrspuren sollen den Verkehr auf der B41 schneller machen. Dies macht ihn auch deutlich lauter. Die Auswirkungen auf den nahen Campingplatz Nahemühle und auch für die Baugebiete im benachbarten Merxheim sind enorm.
Die Lärmbelastung ist auf dem Gelände des Campingplatzes bereits heute hoch. Dabei ist die Geschwindigkeit auf der benachbarten Bundesstraße 41 derzeit zum Teil gar auf 70 km/h beschränkt. Wird hier die vierte Spur dazugebaut, hat diese Beschränkung ein Ende und auf dem gesamten B41-Abschnitt neben dem Camping-Gelände wird der Verkehr noch deutlich schneller. Dies wird den Lärmpegel weiter und sehr spürbar steigern. Was das für die Gäste in den dünnwandigen Wohnmobilen, Campingwagen und Zelten bedeutet, ist unvorstellbar. Doch Lärmschutz wird es hier nicht geben. Denn werden solche Fälle bei den Lärmberechnungen für den Straßenbau nicht berücksichtigt. Der Campingplatz ist extrem in seiner Existenz bedroht.
Die Baugebiete in Merxheim werden heute durch die Reflektionen ebenfalls von der entfernten Bundesstraße unüberhörbar beschallt. Wird der Verkehr noch schneller und damit lauter, wird die Belastung für die dort lebenden Menschen noch deutlich steigen.

Das Nahetal wird immer mehr zum B41-Tal. Es entstehen nicht nur gigantische Bauten, die wie in Hochstetten, geplant in Martinstein und die Nahe aufwärts das Tal völlig dominieren. Es werden auch „nur“ weitere Fahrspuren angebaut, wie derzeit zwischen Sobernheim und Nußbaum (für > 3,5 Millionen Euro) und in der Planung zwischen Nußbaum und Monzingen sowie Weiler und Monzingen und auch bei Bärenbach, deren Sinn nicht zu erkennen ist.
 Diese Straßenabschnitte ohne Gefahren, Stau oder Stockungen sollen mit einer vierten Fahrspur versehen werden, um sie mit einer vierten Fahrspur zu versehen, völlig bedarfsfrei.
Die Begründung des LBM beim Erläuterungstermin am 27. April 2022: "Laut Richtlinie soll es auf der B41 eine gewissen Menge an Überholmöglichkeiten geben." Allerdings sagt die besagte "Richtlinie für die Anlage von Landstraßen" dazu:

"...dieser Straßentyp wird durchgängig mit drei Fahrstreifen ausgebildet, wobei der mittlere Fahrstreifen abwechselnd mal der einen, mal der anderen Fahrtrichtung als Überholfahrstreifen zur Verfügung steht. Durch diese Überholfahrstreifen kann unabhängig vom Gegenverkehr auf nahezu der Hälfte der Verbindung ohne Inanspruchnahme des Gegenverkehrsfahrstreifens gefahrlos überholt werden." (Quelle: Fachthema Verkehrstechnik der BASt).

 Doch geht es dem LBM darum, diese "nahezu Hälfte" an Überholspuren, die nach der Richtlinie auf den gesamten Verlauf der Strecke bezogen ist, durch vierspurigen Ausbau mit aller Gewalt auf einem gewissen Teil der Straße komprimiert zu realisieren, selbst ohne dass es dort verkehrlich einen Bedarf gibt. Hauptsache ist: das Überholspur-Soll wird auf die gesamte Straßenlänge gerechnet erfüllt, auch wenn dies damit keineswegs im Sinne der Ausbaurichtlinie ist. Und das sagte der Vertreter des LBM sogar öffentlich bei der Veranstaltung im April 2022.
Ist das nicht irre?

 Das versteht hier fast niemand, doch kostet dieser autobahnähnliche Ausbau viel Geld und er bedeute erheblichen Mehraufwand bei der Pflege, beim Räumen und Streuen. Und er zerstört und bedroht Vieles, was uns lieb und teuer ist. Stattdessen bleiben die Kreuzungen, die Ampelkreuzungen und weitere Gefahrenpunkte und werden durch sich mit dem Ausbau veränderndes Fahrverhalten gar gefährlicher. Funktionierende sichere Kreisel sollen durch aufwändige und landschafts- und kleinklimaprägende Brückenkonstruktionen ersetzt werden. Auch bleiben die Problembereiche und die direkt die Menschen belastenden Abschnitte, wie die Ortsdurchfahrt in Martinstein und auch die Ortsdurchfahrt in Monzingen mit der dortigen Ampelanlage. Hierfür fehlt das Geld, das auch für unsinnige zusätzliche vierte Fahrspuren verschwendet wird.

Viele Menschen verstehen nicht, warum weiter und wider besseres Wissen derart verbissen an der Zerstörung unserer Region gearbeitet wird, statt die echten Probleme zu lösen und die Vorzüge herauszustellen.

Diese Baumaßnahmen für die „B41neu“ widersprechen diametral dem Gedanken der Mobilitätswende, des Landschaftsschutzes sowie der Erhaltung von Hochwasser- und Lebensräumen, Versickerungsflächen, der Erhaltung des Nahetals für die touristische Entwicklung und der Lebensqualität der Bürger. Sie widersprechen gar den Zielen des Bundesverkehrswegeplans, denn werden mit diesen Maßnahmen echte Engpässe nicht beseitigt. Verkehrlärm wird deutlich erhöht statt vermieden oder gemindert. Ein Tal wird völlig umgebaut und an die Straße angepasst.

Wollen wir ein BioTech-Valley werden statt ein B41-dominiertes Beton- und Asphalt-Tal und wollen wir eine lebenswerte Vorbildregion Klimawende werden, müssen wir dringend die „B41 neu denken“.

Unter diesem Schlagwort gilt es, die derzeitigen Pläne zu stoppen und eine Diskussion zu führen, wie wir unser Nahetal zukunftsfähig entwickeln. Bleiben wir bei der längst verstaubten Automaxime von anno 1970 oder gibt es Wege und Möglichkeiten, in eine lebenswerte und lebensfähige Zukunft zu steuern?

Lasst uns endlich eine solche Diskussion führen und selbst aktiv beeinflussen und bestimmen, wie wir auch den Verkehr im Tal und damit unser Nahetal künftig entwickeln. Auch im Sinne einer Mobilitätswende und zur Rettung des Nahetals.

Es ist ein echtes Bekenntnis zur Region, wenn wir endlich innovative Ansätze verfolgen und nicht im Un-Geist der Betonorgien der 1970er Jahre die #VerkehrswendeRückwärts vorantreiben und das romantische Tal der Nahe verschwenderisch zuasphaltieren und immer mehr zum B41-Tal machen.
Statt innovative Ideen wie den RegioBahnhof aufzugreifen, streben die Verkehrsministerien in Mainz und Berlin weiter mach den Verkehrszielen der 1970er Jahre und bauen im Nahetal immer mehr auch völlig unnötig und zerstörerisch Straße. Die Mobilitätswende scheint in der Praxis dieser Ministerien und deren Behörden und Landesbetrieben noch nicht an gekommen zu sein.

Doch stehen wir zu unserem Nahetal und unserem Engagement hierfür. Zeigen wir unsere Verbundenheit mit unserer wundervollen Region.

Machen Sie mit, diskutieren Sie mit und sprechen Sie die politisch Verantwortlichen im Gemeinderat, im Stadtrat, im Verbandsgemeinderat, im Kreistag, im Landtag und im Bundestag an. Auch Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Landrätin und Landrat, Ministerinnen und Minister können den Weg nach vorne einschlagen und die weitere Zerstörung verhindern. Und unterschreiben Sie die Petition dazu.


Von der zweispurigen Brücke über die Schienen bis zur zweispurigen Brücke erneut über diese
Schienen ist die neue B41 bei Hochstetten-Dhaun ohne Bedarf 5 Spuren breit. 


Von Hochstetten bis Martinstein sollen am Ende 10(!) neue Brücken mit über 6 Metern Höhe
das Nahetal mit seinen Luftströmen, Thermiken und Wassern hin und her durchkreuzen.


Östlich von Weiler auf Monzinger Gebiet soll die B41 vierte Spuren talseitig in einen Bereich gebaut werden, der bei Hochwasser das Wasser der Nahe aufnimmt.
Campingplatz, Sport- und Industrieanlagen können sehen, wie sie mit diesen zusätzlich verdrängten Wassermassen klarkommen.

 
Die B41 zwischen der Abfahrt Weiler und Monzingen soll bedarfs- und sinnfrei eine vierte Spur erhalten,
die vor der Ortsdurchfahrt Monzingen und der Ampel dort endet. Das Plus an Lärm wird den benachbarten
Campingplatz und den Ort Merxheim (beides rechts der Straße) weiter belasten wie auch die Kulturlandschaft, Naturdenkmäler und
zahlreiche Wildwechsel. Auch die Situation bereits der „normalen“ Hochwasser in dem Bereich wird verschärft,
da die Fahrbahn auf der im Bild rechten Seite erweitert werden soll, wo sich die Wasser der Nahe ausbreiten.

 

Derzeit versucht die Behörde, auf Merxheimer Seite Flächen zu erwerben und auf hunderten von Quadratmetern die Nahe-Wiesen bis zu 4 Metern tief abzugraben. So soll Raum für das Wasser der Nahe bereitgestellt werden, der auf der anderen Seite von Nahe, Campingplatz und Bahndamm wegen der dort angedachten bedarfsfreien vierten Fahrspur der B41 künftig nicht mehr zur Verfügung sehen soll.
Dies bedeutet das Abmildern was die Hochwassersituation auf der anderen Nahe-Seite betrifft. Doch ist es ein unbeschreiblicher Eingriff in gewachsene Flora und Fauna, in unser Nahetal.
Man hört, dass dort ggf. auch eine Lärmschutzwand entstehen soll, wie sie bei Hochstetten entstand. Doch hält sich die Planungsbehörde, der LBM, mit solchen Detailinfos sehr zurück. Vielleicht auch, um sich den Unmut der Menschen über dieses unnötige Wahnsinnsvorhaben nicht schon jetzt auf sich zu ziehen.
Mit aller Gewalt soll die Stückchenweise Vierspurigkeit der B41 hier durchgesetzt werden. Koste es was es wolle.
Willkommen im B41-Tal?


B41 von Weiler nach Monzingen im April 2022.


Statt eines Mobilitätswende-Knotens (Regiobahnhof) oder eines Kreisels etwas westlich hiervon und
Gewerbeansiedlungen soll man künftig von Weiler her auf zwei Spuren vor die Ampel fahren können.
Eine aufwendige Brückenlösung statt der Ampelkreuzung kann hier wegen der Thermik
an den Weinbergen nicht realisiert werden, was schon 1970 Planungen hierzu beendete.


Zwischen der Abfahrt Nußbaum und Monzingen soll die Fahrbahn der B41 bedarfsfrei 4 Spuren
erhalten. Bergab führt die vierte Spur dann nach Monzingen und zur dortigen Ampel.


Derzeit wird die B41 ohne jeglichen Bedarf zwischen der Anschlussstelle Nußbaum und
Bad Sobernheim bereits mit einer vierten Fahrspur verbreitert, wie eine Autobahn.
Sie verstehen das auch nicht und schütteln ungläubig mit dem Kopf?

Und hier ein kleines Video dazu:

 

Dann unterschreiben Sie die Petition.

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